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Archive for the ‘Produktionstagebuch’ Category

Ich muss meinem Unmut mal Luft machen, weil es ja sonst niemand tut. Wahrscheinlich hat es die große Masse der Leute noch nicht gemerkt, aber die Kennzeichnung der FSK-Urteile auf DVDs wurde gesetzlich neu geregelt. Es gibt zwar eine Übergangsfrist bis einschließlich März 2010, die ersten Auswirkungen sehen wir jedoch schon heute:

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Sie kennen doch unser heiteres Suchspiel? Zwischen diesen beiden Bildern hat unser Grafiker einen Fehler eingebaut … (Und wir meinen nicht die unterschiedlichen Titel.)

Ich möchte nicht falsch verstanden werden – ich befürworte sehr die Freiwillige Selbstkontrolle, FSK-Kennzeichnungen, Jugendschutz, etc. Auch das neue Symbol (Gestaltung, Größe und Platzierung) stört mich nicht im geringsten. Im Gegenteil, es ist sehr viel lesbarer als das alte und erfüllt seinen Zweck viel besser! Das Problem ist die Pflicht der festen Anbringung des Symbols auf der Vorderseite aller Umverpackungen. Ein Aufkleber reicht nicht aus; das Symbol muss fest eingedruckt sein.

Bei Amaray-Verpackungen macht das kein ganz so großes Problem. Einige Anime-Hersteller haben schon angefangen, Wendecover anzubieten, die auf der Innenseite das unverfälschte Covermotiv enthalten (womit alternative Wendecover als Bonusmaterial wegfallen – schade, bei Kino’s Journey hat mir das gut gefallen). Aber diese Pflicht betrifft auch extra aufwändige Umverpackungen: Steelbooks, Schuber, einfach alles.

Wie wird dieses Problem eigentlich gelöst, wenn der Umschlag ein Samtcover hat oder wie Pans Labyrinth einen Lederschuber? Kein Problem, dann macht man einen Papierschuber, den man danach wegwirft? Nein, das Symbol muss dann auch auf dem Innenteil sein.

Besonders Limited Editions werden darunter leiden, denn diese werden ja oft mit gewitztem Design und Extras auf den Markt gebracht – die sich überhaupt nicht mit den knallbunten Karos vertragen. Ästheten und Sammler werden sich gramgebeugt abwenden und ihr Heil in ausländischen Originalprodukten suchen.

Mit den Computerspielen hat es angefangen. Was kommt nach den DVDs? YouTube Videos? Comics? Bücher? Zeitschriften?

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Was das mit Rollenspiel zu tun hat? Auf dem Weg dahin kommt irgendwann das erste DSA-Modul mit fettem Altershinweis auf dem Cover … möchte man sich die gerade frisch angekündigten 25 Jahre DSA-Sondereditionen in edlem schwarzem Kunstleder mit edler Blindprägung vorstellen, verunstaltet von einem Farbklecks wie diesem?

Ich bin jedenfalls heilfroh, dass die erste Auflage von Astrópía noch im alten Design erscheinen kann. Die Grafik war schon durch das Approval durch die Isländer, und eine Neugestaltung mit neuem Approval hätte den Erscheinungstermin nicht haltbar gemacht.

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Das Booklet ist beim Drucker. Das ist das Covermotiv:

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Die Idee hinter diesem Cover ist es,  nicht wie üblich das gespielte Sujet zu betonen, sondern das Spiel selbst. Im Film sieht man die Utensilien auf dem Spieltisch nur kurz und undeutlich. Mancher Zuschauer wird sich fragen:

Was liegt da eigentlich alles herum?

Dieses Sammelsurium von Rollenspiel-Paraphernalia soll die Frage einerseits beantworten, aber gleichzeitig Neugier wecken:

Und was macht man damit jetzt?

Das Foto war natürlich links und rechts ein wenig größer, und ehrlich gesagt dachte ich auch, dass diese Details noch im Druckbereich lägen, aber leider sind sie dem Beschnitt zum Opfer gefallen:

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Ich wollte doch meiner ehemaligen Zugehörigkeit zu diesem Traditionsverein eine Reminiszenz erweisen. Ohne meine ersten Artikel in der Windgeflüster wäre ich heute nicht hier …

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So viel gibt es dazu gar nicht zu sagen; die Bilder erzählen die Geschichte eigentlich schon ganz gut.

Am Anfang standen hastig hingekritzelte Skizzen, die mit dem grundsätzlichen „Look“ des Bogens spielten: Kästen mit Rahmen oder Linien, freie Flächen für Notizen, usw.

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Kästen mit Rahmen und ohne Linien sollten es schließlich sein. In Word ging es dann an die grobe Seitenaufteilung.

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Dann kamen erste grafische Verzierungen dazu.

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Die Word-Spielerei diente der Layouterin als Vorlage, hier im Zusammenspiel mit einer Musterlayout-Seite aus dem Booklet.

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Das Lila und die verspielten Ecken der Kästen waren dann doch etwas viel. Grün?

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Grün.

Der unterste Textkasten wird noch umbenannt in „Waffen und Rüstung“ (der Spieltest hat gezeigt, dass diese Information sichtbarer sein muss und nicht versteckt in der Auflistung der „Ausrüstung“), aber das wird dann sein.

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Einstieg in ein fantastisches Hobby

Der Laden Astrópía ist ein Paradebeispiel für freakige Fantasy-/Comic-/Spieleläden und die Leute, die sich in ihnen tummeln. Es gibt sie überall auf der Welt; sie tragen ähnlich exotische Namen wie z.B. Morgenwelt (Berlin), Orc’s Nest (London), L’Oeuf Cube (Paris), Endgame (Oakland), The Compleat Strategist (New York) oder Yellow Submarine (Tokio).

Und auf der ganzen Welt gibt es ähnliche Grüppchen wie im Film, die sich an Esstischen und in Hobbykellern in verschworene Gemeinschaften aus Elfen, Rittern und Zauberern verwandeln. In ihrer Fantasie werden Würfel zu Mantel, Schwert und Zauberstab, und sie erkunden erfundene Welten voller Drachen, Orks und dämonischen Hexenmeistern, lösen knifflige Rätsel – kurz: sie erleben große Abenteuer!

Mit diesem Büchlein können Sie sich ihnen anschließen …

Stellen Sie sich einen Tagtraum vor – aber einen mit Spielregeln.

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Es kommt noch besser:

Zusätzlich zu unserem eigenen Rollenspiel-Booklet werden auf der DVD selbst aktuelle Schnellstartversionen folgender Rollenspiele als PDF zu finden sein:

  • Cthulhu
  • Das Schwarze Auge
  • Shadowrun

Es handelt sich dabei um die Fassungen, die auch auf den Homepages der entsprechenden Verlage als Download angeboten werden und auf Conventions bisweilen als Druckwerke verteilt werden.
Wenn potenzielle Rollenspieleinsteiger tiefer in die Materie einsteigen wollen (oder ein anderes Genre als Fantasy bevorzugen), erhalten sie somit einen schönen Überblick über die hierzulande beliebtesten Systeme.

So können Einsteiger auch verschiedene Einleitungen zum Thema zu lesen, denn jedes Einsteiger-PDF stellt das Hobby in eigenen Worten vor. Und es ist bestimmt nicht verkehrt, besonders die Funktion des Spielleiters (meiner Beobachtung nach das Nadelöhr und traditionelle Einsteigerproblem) in möglichst vielen Stimmen erklärt zu bekommen.

Wir danken Pegasus und Ulisses für ihre Mitarbeit und die Bereitstellung des Materials!

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Unlängst tobte durch das Netz eine Diskussion über das Ende des Rollenspiels. Auslöser war ein bewusst provokanter Artikel, den Cthulhu-Chefredakteur Frank Heller für die letzte Ausgabe des Fanzines Envoyer geschrieben hat. Hier in Berlin hat er den Artikel außerdem als Grundlage für eine Podiumsdiskussion auf der Convention Odyssee genutzt.

Ich will nicht darüber reden, ob Frank Hellers Beobachtungen die objektive Situation genau treffen. Als Stimmungsbild ist der Artikel sicherlich korrekt. Es kann niemand ernsthaft anzweifeln, dass die Landschaft sich seit der Blütezeit in den Spätachtzigern stark gewandelt hat und die heute erhältlichen Rollenspiele tatsächlich weniger Exemplare verkaufen als damals. Ich habe selbst lange genug vom Verkauf von Rollenspielen gelebt, um das bezeugen zu können.

Kann Astrópía

… ein Licht sein an dunklen Orten, wenn alle anderen Lichter ausgehen?

Astrópía ist ein Fest voller Gags und Anspielungen für uns Rollenspieler. Aber das eigentliche Publikum für den Film ist das ganz normale Mainstream-Publikum, das sich für Keinohrhasen, Kevin Smith-Komödien oder Sitcoms wie Friends und Seinfeld interessiert, und eben auch fantastische Blockbuster wie Harry Potter, Eragon, Die Mumie, DaVinci-Code oder aktuell Tintenherz guckt.

Für dieses Publikum könnte der Film nicht nur die erste ernsthafte Begegnung mit dem Hobby Rollenspiel sein, sondern könnte auch noch zum Nachmachen animieren, da unser Hobby zwar als freakig, aber durchweg sympathisch und enorm Spaß machend dargestellt wird.

Nun wäre es schade, wenn dieses Interesse wirkungslos verpuffen würde, denn wer wird sich am nächsten Tag aufmachen, um einen Rollenspielladen zu suchen, geschweige denn spontan ein System zu kaufen?
Darum haben wir uns entschlossen, zusätzlich zu dem Bonusmaterial auf DVD noch ein Booklet beizusteuern: ein einfaches Rollenspiel für Einsteiger mit genug Material für die erste Spielsession.

Um nach dem ersten Abenteuer auch weitermachen zu können, werden die frischgebackenen Helden auf diese Homepage als Anlaufstelle für weitere Informationen hingewiesen. In regelmäßigen Abständen werden wir neue Kurzabenteuer als Download anbieten. In begleitenden Blogposts und Artikeln werden außerdem Aspekte der Szene vorgestellt – die Ladenlandschaft, kommerzielle Systeme, Conventions, Vereine, abgerundet durch allgemeine Tipps für Spielleiter.
Damit wird Astrópía zu einem idealen Geschenk für Leute, denen man schon immer mal erklären wollte, was Rollenspiel eigentlich ist…

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…am besten gleich zusammen mit den Der Herr der Ringe-DVDs!

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Im Synchronstudio

Snorri, dem Jungen aus dem ersten Teaser, fällt die Rolle zu, Hildur den Weg ins Paradies zu weisen – in den Rollenspielladen Astrópía. Somit wirkt er als Türöffner und Schlüsselmeister, als Bindeglied zwischen Hildurs „normaler“ Welt und den Nerds.

Die Kleinigkeit, von der ich am 18.Dezember schrieb, dass sie in der deutschen Synchronisation noch geändert werden sollte, war eine Szene mit Snorri. In einem sehr frühen (und bei der Erstaufnahme entsprechend früh aufgenommenen) Auftritt verlieh der Synchronsprecher dem Jungen einen Tonfall, der die Spannung zwischen ihm und Hildur nicht richtig traf. Dies ließ einen falschen ersten Eindruck von Snorris Charakter entstehen.

Vorgestern war der Tag, an dem der Take wiederholt wurde. Das habe ich als willkommenen Anlass genommen, um selbst ins Studio zu fahren und die Abnahme live vor Ort, während der Aufnahme, zu machen.

Um gleich mal eine Annahme zu zerschlagen, die wahrscheinlich in vielen Köpfen steckt: Bei einer Synchronisation sind nicht mehrere Leute im Studio, die nebeneinander und gleichzeitig die Szenen einsprechen und sich dabei ggf. gegenseitig anspielen. Da die Auftritte der Figuren in einem Film unterschiedlich lang sind, würde es zu lange Wartezeiten verursachen, selbst wenn lediglich die Hauptfiguren gleichzeitig da sind. Da ist es viel effektiver, den ganzen Film zu zerhacken und mit jedem Sprecher nur die Szenen aufzunehmen, in denen er vorkommt. Somit sieht jeder Sprecher auch nur „seine“ Szenen hintereinander weg und hat in der Regel auch gar keinen tieferen Eindruck, worum es in dem Film überhaupt geht. (Und manche Kinderrollen dürften sich ihre Filme auch gar nicht komplett anschauen, selbst wenn sie wollten. Astrópía hat ja auch die eine oder andere brachiale Fantasy-Kampfszene…)

Synchronsprecher hätten viel zu tun, wenn sie alle Stoffe vertiefen wollten. Das ist zeitlich schon gar nicht möglich, denn sie sprechen heute die einzigen vier Zeilen eines Mordopfers in einem Krimi, morgen den dritten Alien von links in einer Science Fiction-TV-Episode, übermorgen eine Nebenrolle in einem Blockbuster und die ganze nächste Woche eine ihrer Stammrollen in der kompletten Staffel einer Anwaltsserie (zum letzten Mal übrigens, weil die Rolle kurz vor Ende der Staffel in einen Fahrstuhlschacht fällt)¹.

Wegen dieser Arbeitsweise ist es überhaupt kein Unterschied zu einem normalen Termin, wenn ein Sprecher zum Wiederholen einer Aufnahme ins Studio gebeten wird – er war auch beim ersten Mal schon allein da. So auch unser „Snorri“, wenngleich er natürlich in Begleitung seiner Eltern war. Vor dem Mikro stand er jedoch allein, denn die Regie, Aufnahmeleitung und wir Besucher waren auf der anderen Seite der Glasscheibe, die den abgedunkelten, schalldichten Aufnahmeraum von der Technik trennte.

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Zusätzlich zu der gewünschten Neuaufnahme habe ich sogar noch einen Bonus bekommen: Nach 10 oder 15 Variationen des Satzes „Ja, ich weiß“ klangen die Ergebnisse immer ähnlicher, ohne dabei den richtigen Ton zu treffen. Deshalb wollte der Regisseur, dass der Sprecher zwischendurch zu einer anderen Passage geht – um ihn aus dem Trott zu bringen, in den er geraten war.
Natürlich hatten wir gar nichts vorbereitet. Aber das gab mir die unverhoffte Gelegenheit, eine Szene neu aufzunehmen, die in der Erstaufnahme technisch tadellos gewesen ist, bei der mir aber die Textzeile in der gesprochenen Version nicht ganz so knackig erschien wie sie sich im Dialogbuch gelesen hatte.

Das hat den Durchbruch gebracht! Nach nur zwei Aufnahmen mit einem anderen Text war meine Bonusszene perfekt. Und mit dem frischen Zugang, freien Kopf und der Änderung von „Ja, ich weiß“ in „Ja, … klar!“ war auch die eigentliche Szene schnell „rund“.

Und das alles für einen Dialog, der rein gar keinen Nerd- oder Rollenspielbezug hatte…

¹ Na, welche Serie?

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