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Archive for Januar 2009

Feuerprobe

Das erste Testspiel ist gelaufen, und es war ein Spaß. Sie haben alle überlebt.

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Sie waren zu viert – zwei Techniker (die Leute, die für die Untertitelung, das DVD-Menü usw. verantwortlich sind), eine Redakteurin und ein Grafiker. Spielerfahrung lag nur im als „normal“ deklarierten Bereich vor; ein bisschen Risiko, Monopoly, schon seltener Siedler und Konsolenspiele (auch Wii).
Fantasy-Erfahrung: Peter Jacksons Der Herr der Ringe (die beiden Techniker auch John Milius‘ Conan der Barbar und wahrscheinlich auch so Sachen wie Der 13. Krieger, Harry Potter usw., ich habe nicht weiter gefragt) und – – – alle kannten die Scheibenwelt! Terry Pratchett ist offiziell Mainstream.
Von Rollenspiel hatten alle auch schon vorher etwas gehört, aber bestenfalls ein sehr diffuses Bild. Um es mit Hildur zu sagen:

Im Wald gelarpt…?

Wir haben als erstes Charaktere erschaffen. Dabei habe ich nichts erklärt, denn sie sollten nur anhand des Eindrucks, den sie aus dem Film gewonnen haben, und der Lektüre des Regelmanuskriptes vorgehen. Es sollen ja auch die Einsteigerqualitäten getestet werden (was sicherlich etwas unscharf bleibt, da ja keiner von die ihnen die Regeln auf Spielleiter-Niveau anwenden muss). Zwei haben den Vorschlag aus dem Buch akzeptiert, einen vorgefertigten Archetypen zu spielen – einen Ritter (Sir Roland) und eine Magierin (Morgaine). Die beiden anderen wollten eigene Figuren erschaffen – einen Waldläufer (Falinor) und einen Elfen-Barden (Gildor). Das ging ganz fix, nach 15 Minuten waren sie fertig, und die Wahl des Namens war wie immer das langwierigste. Bei dem Waldläufer habe ich nachgeholfen, das war der Name des Gastcharakters meiner ehemaligen Midgard-Kampagne, die sich ebenfalls an Einsteiger wendete.

Das Abenteuer fand in einem abgelegenen Bergkloster statt und bekam schnell eine (auch durch die Spieler forcierte) Der Name der Rose-ähnliche Atmosphäre. Ich habe einen abgeschlossenen Schauplatz und einen festen Auftrag (bringt dem Abt einen wichtigen Brief) gewählt, damit die Spieler nicht von der Freiheit einer weiten Welt erschlagen werden.

Aus dem Brief ergab sich dann eine Schnitzeljagd quer durch das Kloster, mit reichlich Gelegenheit zum Charakterspiel und Gesprächen mit den seltsamen Mönchen, Erforschungen einiger den Mönchen unbekannter Regionen und Hinterlassenschaften des Erbauers der Anlage, und gegen Ende gab es eine handfeste Invasion/Belagerung durch einen noch viel seltsameren Kult.

Wenn es um Würfelwürfe ging, habe ich keine Proben eingefordert, sondern die Spieler gefragt, wie sie die Situation bewerten und gegen welche Attribute (Talente) sie würfeln lassen würden. Das war sozusagen das SL-Trainung.

Das Kampfsystem ist noch etwas unrund (zurück ans Manuskript), aber sonst war alles ziemlich intuitiv.

Habe ich neue Rollenspieler geschaffen? Das wird die Zukunft weisen. Zumindest einer der Techniker hat sich noch am Abend zu einer Äußerung hinreißen lassen.

Das müssen wir nochmal machen.

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Lampenfieber

Heute Abend ist es also soweit. Unser kleines Einsteigersystem soll den Härtetest erfahren. Eine kleine Handvoll rollenspieltotalunkundiger Kollegen wird die Probe aufs Exempel machen und sich von mir durch ein Rollenspiel-Abenteuer leiten lassen.

Sie wissen, was sie erwartet, schließlich haben alle den Film schon gesehen (teilweise freiwillig, teilweise gezwungenermaßen, sogar mehrfach).

Der Konferenzraum, in dem sonst Produktionsmeetings abgehalten werden (und überhaupt beschlossen wurde, ein Rollenspielbooklet zu machen), wird heute seinen ersten getöteten Ork sehen…

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Astrópía auf der RPC

rpc-logoVom 3.-5. April findet zum nunmehr dritten Mal die RPCRole Play Convention – statt. Nach zwei erfolgreichen Jahren in Münster wird die Veranstaltung 2009 zum ersten Mal auf dem Kölner Messegelände ausgerichtet. Es werden 50.000 Besucher erwartet.

Das Programm der RPC umfasst undogmatisch alle Spielarten des Fantasy Rollenspiels, von unserem klassischen Tischrollenspiel (zu Neudeutsch „Pen & Paper“) über Brettspiele, Sammelkartenspiele, Tabletop Games, Computer- und Online-Games bis hin zu LARP. Gerade der Blick über den Tellerrand ist es, der diese Veranstaltung von anderen Messen und Rollenspieltreffen unterscheidet, denn hier kann man nach dem Verbindendem zwischen den Disziplinen schauen.

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Anime Virtual war auch schon die ersten beiden Male dabei, obwohl wir mit Animes eher ein Randsortiment vertreten. Und weil es immer riesigen Spaß gemacht hat, sind wir auch diesmal wieder da. Na gut, diesmal haben wir etwas im Gepäck, was wie die Faust aufs Auge zur RPC passt:

Am Samstag (die Uhrzeit wird noch genannt) wird Astrópía auf der RPC gezeigt.

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Einstieg in ein fantastisches Hobby

Der Laden Astrópía ist ein Paradebeispiel für freakige Fantasy-/Comic-/Spieleläden und die Leute, die sich in ihnen tummeln. Es gibt sie überall auf der Welt; sie tragen ähnlich exotische Namen wie z.B. Morgenwelt (Berlin), Orc’s Nest (London), L’Oeuf Cube (Paris), Endgame (Oakland), The Compleat Strategist (New York) oder Yellow Submarine (Tokio).

Und auf der ganzen Welt gibt es ähnliche Grüppchen wie im Film, die sich an Esstischen und in Hobbykellern in verschworene Gemeinschaften aus Elfen, Rittern und Zauberern verwandeln. In ihrer Fantasie werden Würfel zu Mantel, Schwert und Zauberstab, und sie erkunden erfundene Welten voller Drachen, Orks und dämonischen Hexenmeistern, lösen knifflige Rätsel – kurz: sie erleben große Abenteuer!

Mit diesem Büchlein können Sie sich ihnen anschließen …

Stellen Sie sich einen Tagtraum vor – aber einen mit Spielregeln.

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Es kommt noch besser:

Zusätzlich zu unserem eigenen Rollenspiel-Booklet werden auf der DVD selbst aktuelle Schnellstartversionen folgender Rollenspiele als PDF zu finden sein:

  • Cthulhu
  • Das Schwarze Auge
  • Shadowrun

Es handelt sich dabei um die Fassungen, die auch auf den Homepages der entsprechenden Verlage als Download angeboten werden und auf Conventions bisweilen als Druckwerke verteilt werden.
Wenn potenzielle Rollenspieleinsteiger tiefer in die Materie einsteigen wollen (oder ein anderes Genre als Fantasy bevorzugen), erhalten sie somit einen schönen Überblick über die hierzulande beliebtesten Systeme.

So können Einsteiger auch verschiedene Einleitungen zum Thema zu lesen, denn jedes Einsteiger-PDF stellt das Hobby in eigenen Worten vor. Und es ist bestimmt nicht verkehrt, besonders die Funktion des Spielleiters (meiner Beobachtung nach das Nadelöhr und traditionelle Einsteigerproblem) in möglichst vielen Stimmen erklärt zu bekommen.

Wir danken Pegasus und Ulisses für ihre Mitarbeit und die Bereitstellung des Materials!

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Unlängst tobte durch das Netz eine Diskussion über das Ende des Rollenspiels. Auslöser war ein bewusst provokanter Artikel, den Cthulhu-Chefredakteur Frank Heller für die letzte Ausgabe des Fanzines Envoyer geschrieben hat. Hier in Berlin hat er den Artikel außerdem als Grundlage für eine Podiumsdiskussion auf der Convention Odyssee genutzt.

Ich will nicht darüber reden, ob Frank Hellers Beobachtungen die objektive Situation genau treffen. Als Stimmungsbild ist der Artikel sicherlich korrekt. Es kann niemand ernsthaft anzweifeln, dass die Landschaft sich seit der Blütezeit in den Spätachtzigern stark gewandelt hat und die heute erhältlichen Rollenspiele tatsächlich weniger Exemplare verkaufen als damals. Ich habe selbst lange genug vom Verkauf von Rollenspielen gelebt, um das bezeugen zu können.

Kann Astrópía

… ein Licht sein an dunklen Orten, wenn alle anderen Lichter ausgehen?

Astrópía ist ein Fest voller Gags und Anspielungen für uns Rollenspieler. Aber das eigentliche Publikum für den Film ist das ganz normale Mainstream-Publikum, das sich für Keinohrhasen, Kevin Smith-Komödien oder Sitcoms wie Friends und Seinfeld interessiert, und eben auch fantastische Blockbuster wie Harry Potter, Eragon, Die Mumie, DaVinci-Code oder aktuell Tintenherz guckt.

Für dieses Publikum könnte der Film nicht nur die erste ernsthafte Begegnung mit dem Hobby Rollenspiel sein, sondern könnte auch noch zum Nachmachen animieren, da unser Hobby zwar als freakig, aber durchweg sympathisch und enorm Spaß machend dargestellt wird.

Nun wäre es schade, wenn dieses Interesse wirkungslos verpuffen würde, denn wer wird sich am nächsten Tag aufmachen, um einen Rollenspielladen zu suchen, geschweige denn spontan ein System zu kaufen?
Darum haben wir uns entschlossen, zusätzlich zu dem Bonusmaterial auf DVD noch ein Booklet beizusteuern: ein einfaches Rollenspiel für Einsteiger mit genug Material für die erste Spielsession.

Um nach dem ersten Abenteuer auch weitermachen zu können, werden die frischgebackenen Helden auf diese Homepage als Anlaufstelle für weitere Informationen hingewiesen. In regelmäßigen Abständen werden wir neue Kurzabenteuer als Download anbieten. In begleitenden Blogposts und Artikeln werden außerdem Aspekte der Szene vorgestellt – die Ladenlandschaft, kommerzielle Systeme, Conventions, Vereine, abgerundet durch allgemeine Tipps für Spielleiter.
Damit wird Astrópía zu einem idealen Geschenk für Leute, denen man schon immer mal erklären wollte, was Rollenspiel eigentlich ist…

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…am besten gleich zusammen mit den Der Herr der Ringe-DVDs!

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Im Synchronstudio

Snorri, dem Jungen aus dem ersten Teaser, fällt die Rolle zu, Hildur den Weg ins Paradies zu weisen – in den Rollenspielladen Astrópía. Somit wirkt er als Türöffner und Schlüsselmeister, als Bindeglied zwischen Hildurs „normaler“ Welt und den Nerds.

Die Kleinigkeit, von der ich am 18.Dezember schrieb, dass sie in der deutschen Synchronisation noch geändert werden sollte, war eine Szene mit Snorri. In einem sehr frühen (und bei der Erstaufnahme entsprechend früh aufgenommenen) Auftritt verlieh der Synchronsprecher dem Jungen einen Tonfall, der die Spannung zwischen ihm und Hildur nicht richtig traf. Dies ließ einen falschen ersten Eindruck von Snorris Charakter entstehen.

Vorgestern war der Tag, an dem der Take wiederholt wurde. Das habe ich als willkommenen Anlass genommen, um selbst ins Studio zu fahren und die Abnahme live vor Ort, während der Aufnahme, zu machen.

Um gleich mal eine Annahme zu zerschlagen, die wahrscheinlich in vielen Köpfen steckt: Bei einer Synchronisation sind nicht mehrere Leute im Studio, die nebeneinander und gleichzeitig die Szenen einsprechen und sich dabei ggf. gegenseitig anspielen. Da die Auftritte der Figuren in einem Film unterschiedlich lang sind, würde es zu lange Wartezeiten verursachen, selbst wenn lediglich die Hauptfiguren gleichzeitig da sind. Da ist es viel effektiver, den ganzen Film zu zerhacken und mit jedem Sprecher nur die Szenen aufzunehmen, in denen er vorkommt. Somit sieht jeder Sprecher auch nur „seine“ Szenen hintereinander weg und hat in der Regel auch gar keinen tieferen Eindruck, worum es in dem Film überhaupt geht. (Und manche Kinderrollen dürften sich ihre Filme auch gar nicht komplett anschauen, selbst wenn sie wollten. Astrópía hat ja auch die eine oder andere brachiale Fantasy-Kampfszene…)

Synchronsprecher hätten viel zu tun, wenn sie alle Stoffe vertiefen wollten. Das ist zeitlich schon gar nicht möglich, denn sie sprechen heute die einzigen vier Zeilen eines Mordopfers in einem Krimi, morgen den dritten Alien von links in einer Science Fiction-TV-Episode, übermorgen eine Nebenrolle in einem Blockbuster und die ganze nächste Woche eine ihrer Stammrollen in der kompletten Staffel einer Anwaltsserie (zum letzten Mal übrigens, weil die Rolle kurz vor Ende der Staffel in einen Fahrstuhlschacht fällt)¹.

Wegen dieser Arbeitsweise ist es überhaupt kein Unterschied zu einem normalen Termin, wenn ein Sprecher zum Wiederholen einer Aufnahme ins Studio gebeten wird – er war auch beim ersten Mal schon allein da. So auch unser „Snorri“, wenngleich er natürlich in Begleitung seiner Eltern war. Vor dem Mikro stand er jedoch allein, denn die Regie, Aufnahmeleitung und wir Besucher waren auf der anderen Seite der Glasscheibe, die den abgedunkelten, schalldichten Aufnahmeraum von der Technik trennte.

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Zusätzlich zu der gewünschten Neuaufnahme habe ich sogar noch einen Bonus bekommen: Nach 10 oder 15 Variationen des Satzes „Ja, ich weiß“ klangen die Ergebnisse immer ähnlicher, ohne dabei den richtigen Ton zu treffen. Deshalb wollte der Regisseur, dass der Sprecher zwischendurch zu einer anderen Passage geht – um ihn aus dem Trott zu bringen, in den er geraten war.
Natürlich hatten wir gar nichts vorbereitet. Aber das gab mir die unverhoffte Gelegenheit, eine Szene neu aufzunehmen, die in der Erstaufnahme technisch tadellos gewesen ist, bei der mir aber die Textzeile in der gesprochenen Version nicht ganz so knackig erschien wie sie sich im Dialogbuch gelesen hatte.

Das hat den Durchbruch gebracht! Nach nur zwei Aufnahmen mit einem anderen Text war meine Bonusszene perfekt. Und mit dem frischen Zugang, freien Kopf und der Änderung von „Ja, ich weiß“ in „Ja, … klar!“ war auch die eigentliche Szene schnell „rund“.

Und das alles für einen Dialog, der rein gar keinen Nerd- oder Rollenspielbezug hatte…

¹ Na, welche Serie?

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