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Astrópía auf der RPC

rpc-logoVom 3.-5. April findet zum nunmehr dritten Mal die RPCRole Play Convention – statt. Nach zwei erfolgreichen Jahren in Münster wird die Veranstaltung 2009 zum ersten Mal auf dem Kölner Messegelände ausgerichtet. Es werden 50.000 Besucher erwartet.

Das Programm der RPC umfasst undogmatisch alle Spielarten des Fantasy Rollenspiels, von unserem klassischen Tischrollenspiel (zu Neudeutsch „Pen & Paper“) über Brettspiele, Sammelkartenspiele, Tabletop Games, Computer- und Online-Games bis hin zu LARP. Gerade der Blick über den Tellerrand ist es, der diese Veranstaltung von anderen Messen und Rollenspieltreffen unterscheidet, denn hier kann man nach dem Verbindendem zwischen den Disziplinen schauen.

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Anime Virtual war auch schon die ersten beiden Male dabei, obwohl wir mit Animes eher ein Randsortiment vertreten. Und weil es immer riesigen Spaß gemacht hat, sind wir auch diesmal wieder da. Na gut, diesmal haben wir etwas im Gepäck, was wie die Faust aufs Auge zur RPC passt:

Am Samstag (die Uhrzeit wird noch genannt) wird Astrópía auf der RPC gezeigt.

Die ersten Worte

Einstieg in ein fantastisches Hobby

Der Laden Astrópía ist ein Paradebeispiel für freakige Fantasy-/Comic-/Spieleläden und die Leute, die sich in ihnen tummeln. Es gibt sie überall auf der Welt; sie tragen ähnlich exotische Namen wie z.B. Morgenwelt (Berlin), Orc’s Nest (London), L’Oef Cube (Paris), Endgame (Oakland), The Compleat Strategist (New York) oder Yellow Submarine (Tokio).

Und auf der ganzen Welt gibt es ähnliche Grüppchen wie im Film, die sich an Esstischen und in Hobbykellern in verschworene Gemeinschaften aus Elfen, Rittern und Zauberern verwandeln. In ihrer Fantasie werden Würfel zu Mantel, Schwert und Zauberstab, und sie erkunden erfundene Welten voller Drachen, Orks und dämonischen Hexenmeistern, lösen knifflige Rätsel – kurz: sie erleben große Abenteuer!

Mit diesem Büchlein können Sie sich ihnen anschließen …

Stellen Sie sich einen Tagtraum vor – aber einen mit Spielregeln.

Es kommt noch besser:

Zusätzlich zu unserem eigenen Rollenspiel-Booklet werden auf der DVD selbst aktuelle Schnellstartversionen folgender Rollenspiele als PDF zu finden sein:

  • Cthulhu
  • Das Schwarze Auge
  • Shadowrun

Es handelt sich dabei um die Fassungen, die auch auf den Homepages der entsprechenden Verlage als Download angeboten werden und auf Conventions bisweilen als Druckwerke verteilt werden.
Wenn potenzielle Rollenspieleinsteiger tiefer in die Materie einsteigen wollen (oder ein anderes Genre als Fantasy bevorzugen), erhalten sie somit einen schönen Überblick über die hierzulande beliebtesten Systeme.

So können Einsteiger auch verschiedene Einleitungen zum Thema zu lesen, denn jedes Einsteiger-PDF stellt das Hobby in eigenen Worten vor. Und es ist bestimmt nicht verkehrt, besonders die Funktion des Spielleiters (meiner Beobachtung nach das Nadelöhr und traditionelle Einsteigerproblem) in möglichst vielen Stimmen erklärt zu bekommen.

Wir danken Pegasus und Ulisses für ihre Mitarbeit und die Bereitstellung des Materials!

Rollenspiel für Einsteiger

Unlängst tobte durch das Netz eine Diskussion über das Ende des Rollenspiels. Auslöser war ein bewusst provokanter Artikel, den Cthulhu-Chefredakteur Frank Heller für die letzte Ausgabe des Fanzines Envoyer geschrieben hat. Hier in Berlin hat er den Artikel außerdem als Grundlage für eine Podiumsdiskussion auf der Convention Odyssee genutzt.

Ich will nicht darüber reden, ob Frank Hellers Beobachtungen die objektive Situation genau treffen. Als Stimmungsbild ist der Artikel sicherlich korrekt. Es kann niemand ernsthaft anzweifeln, dass die Landschaft sich seit der Blütezeit in den Spätachtzigern stark gewandelt hat und die heute erhältlichen Rollenspiele tatsächlich weniger Exemplare verkaufen als damals. Ich habe selbst lange genug vom Verkauf von Rollenspielen gelebt, um das bezeugen zu können.

Kann Astrópía

… ein Licht sein an dunklen Orten, wenn alle anderen Lichter ausgehen?

Astrópía ist ein Fest voller Gags und Anspielungen für uns Rollenspieler. Aber das eigentliche Publikum für den Film ist das ganz normale Mainstream-Publikum, das sich für Keinohrhasen, Kevin Smith-Komödien oder Sitcoms wie Friends und Seinfeld interessiert, und eben auch fantastische Blockbuster wie Harry Potter, Eragon, Die Mumie, DaVinci-Code oder aktuell Tintenherz guckt.

Für dieses Publikum könnte der Film nicht nur die erste ernsthafte Begegnung mit dem Hobby Rollenspiel sein, sondern könnte auch noch zum Nachmachen animieren, da unser Hobby zwar als freakig, aber durchweg sympathisch und enorm Spaß machend dargestellt wird.

Nun wäre es schade, wenn dieses Interesse wirkungslos verpuffen würde, denn wer wird sich am nächsten Tag aufmachen, um einen Rollenspielladen zu suchen, geschweige denn spontan ein System zu kaufen?
Darum haben wir uns entschlossen, zusätzlich zu dem Bonusmaterial auf DVD noch ein Booklet beizusteuern: ein einfaches Rollenspiel für Einsteiger mit genug Material für die erste Spielsession.

Um nach dem ersten Abenteuer auch weitermachen zu können, werden die frischgebackenen Helden auf diese Homepage als Anlaufstelle für weitere Informationen hingewiesen. In regelmäßigen Abständen werden wir neue Kurzabenteuer als Download anbieten. In begleitenden Blogposts und Artikeln werden außerdem Aspekte der Szene vorgestellt – die Ladenlandschaft, kommerzielle Systeme, Conventions, Vereine, abgerundet durch allgemeine Tipps für Spielleiter.
Damit wird Astrópía zu einem idealen Geschenk für Leute, denen man schon immer mal erklären wollte, was Rollenspiel eigentlich ist…

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…am besten gleich zusammen mit den Der Herr der Ringe-DVDs!

Im Synchronstudio

Snorri, dem Jungen aus dem ersten Teaser, fällt die Rolle zu, Hildur den Weg ins Paradies zu weisen – in den Rollenspielladen Astrópía. Somit wirkt er als Türöffner und Schlüsselmeister, als Bindeglied zwischen Hildurs „normaler“ Welt und den Nerds.

Die Kleinigkeit, von der ich am 18.Dezember schrieb, dass sie in der deutschen Synchronisation noch geändert werden sollte, war eine Szene mit Snorri. In einem sehr frühen (und bei der Erstaufnahme entsprechend früh aufgenommenen) Auftritt verlieh der Synchronsprecher dem Jungen einen Tonfall, der die Spannung zwischen ihm und Hildur nicht richtig traf. Dies ließ einen falschen ersten Eindruck von Snorris Charakter entstehen.

Vorgestern war der Tag, an dem der Take wiederholt wurde. Das habe ich als willkommenen Anlass genommen, um selbst ins Studio zu fahren und die Abnahme live vor Ort, während der Aufnahme, zu machen.

Um gleich mal eine Annahme zu zerschlagen, die wahrscheinlich in vielen Köpfen steckt: Bei einer Synchronisation sind nicht mehrere Leute im Studio, die nebeneinander und gleichzeitig die Szenen einsprechen und sich dabei ggf. gegenseitig anspielen. Da die Auftritte der Figuren in einem Film unterschiedlich lang sind, würde es zu lange Wartezeiten verursachen, selbst wenn lediglich die Hauptfiguren gleichzeitig da sind. Da ist es viel effektiver, den ganzen Film zu zerhacken und mit jedem Sprecher nur die Szenen aufzunehmen, in denen er vorkommt. Somit sieht jeder Sprecher auch nur „seine“ Szenen hintereinander weg und hat in der Regel auch gar keinen tieferen Eindruck, worum es in dem Film überhaupt geht. (Und manche Kinderrollen dürften sich ihre Filme auch gar nicht komplett anschauen, selbst wenn sie wollten. Astrópía hat ja auch die eine oder andere brachiale Fantasy-Kampfszene…)

Synchronsprecher hätten viel zu tun, wenn sie alle Stoffe vertiefen wollten. Das ist zeitlich schon gar nicht möglich, denn sie sprechen heute die einzigen vier Zeilen eines Mordopfers in einem Krimi, morgen den dritten Alien von links in einer Science Fiction-TV-Episode, übermorgen eine Nebenrolle in einem Blockbuster und die ganze nächste Woche eine ihrer Stammrollen in der kompletten Staffel einer Anwaltsserie (zum letzten Mal übrigens, weil die Rolle kurz vor Ende der Staffel in einen Fahrstuhlschacht fällt)¹.

Wegen dieser Arbeitsweise ist es überhaupt kein Unterschied zu einem normalen Termin, wenn ein Sprecher zum Wiederholen einer Aufnahme ins Studio gebeten wird – er war auch beim ersten Mal schon allein da. So auch unser „Snorri“, wenngleich er natürlich in Begleitung seiner Eltern war. Vor dem Mikro stand er jedoch allein, denn die Regie, Aufnahmeleitung und wir Besucher waren auf der anderen Seite der Glasscheibe, die den abgedunkelten, schalldichten Aufnahmeraum von der Technik trennte.

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Zusätzlich zu der gewünschten Neuaufnahme habe ich sogar noch einen Bonus bekommen: Nach 10 oder 15 Variationen des Satzes „Ja, ich weiß“ klangen die Ergebnisse immer ähnlicher, ohne dabei den richtigen Ton zu treffen. Deshalb wollte der Regisseur, dass der Sprecher zwischendurch zu einer anderen Passage geht – um ihn aus dem Trott zu bringen, in den er geraten war.
Natürlich hatten wir gar nichts vorbereitet. Aber das gab mir die unverhoffte Gelegenheit, eine Szene neu aufzunehmen, die in der Erstaufnahme technisch tadellos gewesen ist, bei der mir aber die Textzeile in der gesprochenen Version nicht ganz so knackig erschien wie sie sich im Dialogbuch gelesen hatte.

Das hat den Durchbruch gebracht! Nach nur zwei Aufnahmen mit einem anderen Text war meine Bonusszene perfekt. Und mit dem frischen Zugang, freien Kopf und der Änderung von „Ja, ich weiß“ in „Ja, … klar!“ war auch die eigentliche Szene schnell „rund“.

Und das alles für einen Dialog, der rein gar keinen Nerd- oder Rollenspielbezug hatte…

¹ Na, welche Serie?

Astrópía ist seit gestern Mitglied der RSP-Blogs-Community! Auf der Webseite werden brandaktuell alle Beiträge der rollenspielrelevanten deutschen Weblogs gesammelt und übersichtlich präsentiert.

Deutsche Rollenspielblogs

Wer sich für die Vorgänge in der deutschen Rollenspiellandschaft interessiert, kommt um diese Seite nicht herum – man kann alle Diskussionen und Entwicklungen der Szene bequem im Auge behalten, ohne sich durch tausenderlei Bookmarks oder separate Feeds klicken zu müssen.

Karsten von Cyberpunk2020 hat dieses wunderbare Netzwerk nach dem Vorbild der amerikanischen Seite RPG-Blogger geschaffen.

Bonusmaterial

Wir haben das Bonusmaterial, das uns die isländische Produktionsfirma zur Verfügung gestellt hat, gesichtet und entschieden, was wir davon für die deutsche DVD nutzen. In Kurzform: alles!

Im Detail sind dies:

  • Making of Astrópía
  • Featurette: Bei den Musik-Aufnahmen in Bulgarien
  • Featurette: Bei den Textproben
  • Nicht verwendete Szenen
  • Pannen und Versprecher
  • Musikvideo: Lada Sport
  • Original-Trailer

Da ist natürlich noch einmal Übersetzung und Untertitelung angesagt. Zurück an die Excel-Tabellen…

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Untertitel

Gestern hatten wir einen schönen Filmabend, mit Grog und Leckereien und einem zusätzlichen (Rollenspiel-)Laien als Gast. Wir haben uns köstlich amüsiert. Bis auf eine winzige Kleinigkeit, die wir in der Nachbearbeitung korrigieren müssen, ist die deutsche Fassung gelungen.

Der Film ist zwar fertig synchronisiert, aber damit ist die Arbeit noch lange nicht erledigt.

Aktuell liegen die Untertitel für den Film auf meinem Tisch. Diese unterscheiden sich noch einmal von dem gesprochenen Dialog, weil Untertitel eigene Gesetzmäßigkeiten haben. Man kann nur so-und-so-viel Text in so-und-so-wenig Sekunden lesen, daher weichen Untertitel meistens von der Sprachfassung ab. Aber trotzdem sollen alle Informationen vermittelt werden.

Außerdem müssen die Zwangsuntertitel festgelegt werden. Das sind Übersetzungen von Schildern oder Zeitungsschlagzeilen, die man während des Films sieht und die zum Verständnis der Handlung wichtig sind.

Als Hildur zum ersten Mal vor dem Rollenspielladen Astrópía steht, sieht sie ein Schild an der Wand hängen:

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Da muss natürlich ein Untertitel hin, und der heißt:

Hier gelten andere Regeln!

Hildur spricht jetzt deutsch

Obwohl wir hinter den Kulissen ziemlich gewirbelt haben – dazu in Kürze mehr -, gab es doch wenig zu berichten. Das Dialogbuch ist an das Synchronstudio gegangen, die Regisseurin hat noch einige Nachfragen wegen der Aussprache einiger Begriffe gehabt, und dann hat das Studio die letzte Woche über den Film aufgenommen.

Und heute ist der große Tag: Uns liegt die erste Abnahme-DVD der deutschen Fassung vor!

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Und jetzt reißen sich die Leute hier darum, wer sie zuerst sehen darf…

Bei der Bearbeitung hat sich ein kleines (und uns Rollenspielern wohl bekanntes) Wort zu einem unerwarteten Problem entwickelt.

Nerd

Die meisten Rollenspieler wissen, was dieses Wort bedeutet. Nun ist Astrópía aber ein Film, der auch das Mainstream-Publikum im Blick hat. Bei den Spiele- und Film-Anspielungen ist es im Prinzip egal, ob sie korrekt übersetzt sind; dem nicht-spielenden Publikum entlocken sie in jedem Fall nur ein „Häh?“ (und das ist ja auch der gewollte Effekt).

Die Bezeichnung „Nerd“ kommt in dem Film jedoch sehr oft vor, und sie wird von den Nicht-Spielern sogar öfter benutzt als von den Nerds selbst. Nun stellte sich mir die Frage – ist „Nerd“ in Island ein bekannteres Wort als bei uns? Und wenn ja, müsste ich dann in der Übersetzung nicht ein Wort verwenden, dass bei uns die gleiche Verbreitung und eine zumindest sehr, sehr ähnliche Bedeutung hat?

„Freak“ zum Beispiel?

Die Entscheidung wollte ich nicht allein treffen und habe um fachkundigen Rat in vier verschiedenen Rollenspielforen gebeten:

Zu meiner Überraschung zeichnete sich bald ein Stimmungsbild für einen Erhalt des „Nerds“ ab.

Der User Fimbul hat sich darüber gewundert, dass sich mir die Frage überhaupt stellt, gibt es doch den isländischen Sprachpurismus, demzufolge englische Floskeln eigentlich gar nicht vorkommen sollten.

Ich habe unsere Übersetzerin darauf angesprochen, die mir aus Göteborg folgende Antwort lieferte:

“Ja ich weiss, das ist etwas widerspruechlich. Es gibt in Island tatsaechlich diesen Sprachpurismus und eigentlich fuer jeden Begriff ein islaendisches Wort. Es gibt sogar eine Institution, die versucht dafuer zu sorgen, dass keine auslaendischen Begriffe in die Sprache einwandern. Das liegt hauptsaechlich daran, dass die Islaender sehr stolz auf ihre Sprache sind. Sie ist an sich das einzige Kulturerbe, das das Land hat. Wenn man islaendisch kann, kann man auch die alten Sagas problemlos verstehen, weil sich die Sprache ueber die Jahrhunderte kaum veraendert hat.

Andererseits ist Island unglaublich USA-fixiert und es ist total “hip” Englisch zu sprechen. Ich finde, der Film stellt das total schoen dar, weil es zum Teil wirklich laecherliche Zuege annimmt.

In diesem Licht sehen alle englischen Zitate anders aus, und es ist doppelt auffällig, dass es die Nicht-Rollenspieler sind, in deren Dialogen Formulierungen wie „come on“, „it’s just basic“ oder „slack“ auftauchen. In diesem Fall sind gar nicht wir Nerds das Ziel für die Lacher, sondern die Denglisch-Sprecher allüberall.

Um diese Intention der Filmemacher zu erhalten, bleibt „Nerd“ also bestehen, was auch mit der allgemeinen Forenmeinung konform geht. Und ich muss mir jetzt das Dialogbuch noch einmal vornehmen, um – wo es geht – die anderen englischen Floskeln wieder einzufügen…

Vielen Dank an alle, die ihre Meinung zu dieser Frage in die Waagschale geworfen haben!

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